10: Delegieren an eine Gruppe – was musst du beachten?

In einer Schwarm-Organisation treffen Gruppen wichtige Entscheidungen. Dabei ist die Delegation an eine Gruppe nicht so einfach wie die Delegation an eine einzelne Person…

Kurzübersicht

  • Delegation an eine Gruppe ist kein Selbstzweck oder eine Wohltat. Es geht darum bessere Entscheidungen im Sinne des Unternehmens zu bekommen.
    • „Besser Entscheidung“ dadurch, dass mehr Personen auch mehr Erfahrung, Wisssen, Können, Kreativität, etc. einbringen können.
    • „Besser Entscheidung“ dadurch, dass die Entscheidung durch die Gruppe automatisch akzeptiert ist. Es ist völlig normal eine Entscheidung, hinter der man selbst steht, auch umzusetzen.
  • Unterscheide die Delegation an Einzelpersonen von der Delegation an Gruppen.
  • Die Delegation an Gruppen hat Vorteile:
    • Mitarbeiter steuern selbst wie stark sie sich einbringen.
    • Auch bei Abwesenheit gibt es keien Engpässe bei anstehenden Entscheidungen.
    • Risiken werden von Gruppen früher erkannt als von einzelnen Personen.
    • In der Mitverantwortung zu stehen ist eine tolle Möglichkeit zu lernen.
  • Die Delegation an Gruppen hat Nachteile:
    • Die Gruppenentscheidung braucht eine Infrastruktur (z.B: ein Meeting).
    • Die Entscheidung wird i.d.R. nicht so zeitnah gefällt. Eine Einzelperson kann jederzeit entscheiden, eine Gruppe muss dafür erst in den Austausch.
    • Das Entscheidungsverfahren verbraucht mehr Ressourcen. Die Gruppe sollte also nur wichtige Fragen entscheiden und einfache Fragen an ein Mitglied delegieren.
    • Es kann zu Streit in der Gruppe kommen. Bezogen auf die zu entscheidende Frage und das Entscheidungsverfahren.
    • Das Team braucht die Reife um gut miteinander umzugehen (siehe Links und Material)
  • Unterstütze Gruppenentscheidungen. Schaffe folgende Voraussetzungen:
    • Vermeide individuelle Zielvereinbarungen und gibt dem Team kollektive Ziele
    • Gibt der Gruppe einen Coach an die Seite
    • Habe Vertrauen, dass aus der Gruppe ein Team wird.
    • Gibt der Gruppe Zeit sich zu entwickeln.
  • Wenn man entscheiden darf, aber es nicht umsetzen kann (z.B. im ERP-System, Einkauf, Personalsystem, gegenüber Kollegen, etc.), dann erzeugt das schnell Frust. Die Delegation wird als falsches Spiel enttarnt. Die Führungskraft verliert dadurch viel Glaubwürdigkeit.
  • Formal Freigaben (fast) „blind“ durchführen. Das braucht viel Vertrauen. Vor allem wenn die Entscheidung „falsch“ ist oder weh tut.
  • Solange es sicher genug ist: führe die Gruppenentscheidung aus.
  • Findet eine „Endkontrolle“ (Veto) statt, dann ist das ein Vertrauensentzug. Ohne Vertrauen in die Entscheidungen, kann man auch kein Verantwortung entwickeln. Vermeide diesen Teufelskreis, investiere einige Wochen in Vorschuss-Vertrauen – das zahlt sich aus.
  • Es hilft, wenn Entscheidungen regelmäßig überprüft werden. Eventuell wird eine Entscheidung neu getroffen. Das ist teil des Lernprozesses.
  • Vermeide Delegation an Einzelpersonen, wenn andere von deren Entscheidung relevant betroffen sind. Dadurch förderst du nicht mehr Gemeinschaft, sondern schaffst eine informelle Hierarchie-Ebene zusätzlich. Du erreichst damit das Gegenteil einer Schwarm-Organisation.
  • Und jetzt: Ausprobieren!

Wow, so viele Punkte kamen zusammen. In einer hierarchischen Organisation wird der Delegation meist nicht viel Bedeutung beigemessen. Dann stellt die Führungskraft fest, dass die Delegation nicht funktioniert. Bei der Delegation an ein ganzes Team steigt der Schwierigkeitsgrad nochmal deutlich. Ich hoffe das kam mit diesem Beitrag rüber. UND hoffentlich kam bei dir auch an, dass es sich dennoch lohnt!

Bestimmt hast du Fragen oder Ideen dazu. Schreib einfach einen Kommentar oder eine Nachricht.

Vielen Dank!

Links und Material

  • Die Core Protocols helfen Gruppen, die nötige Reife für gute Gruppenentscheidungen zu entwickeln.
  • Ein gutes Entscheidungsverfahren für Gruppen war Gegenstand der Episode 7.

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Veröffentlicht am 9.3.2018

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