13: Mit 12 einfachen Prinzipien zur Agilität

Wenn du dich nach 12 einfachen verstehbaren Prinzipien ausrichtest, dann arbeitst du und dein Team agil. Hier geht es um die ersten 3 Prinzipien aus dem agilen Manifest: Kundenzufriedenheit, Veränderung und häufige Lieferungen.

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In diesem Artikel hatten wir die Enstehungsgeschichte des agilen Manifests beleuchtet. Im agilen Manifest gibt es 4 agile Werte. Damit sind die Grundlagen gelegt, die diesen Artikel einfach zu verstehen machen. Sollte dir ein weinig Kontext fehlen, dann empfehle ich dir diesen Artikel zu lesen. Aus dem agilen Manifest stammen auch die 12 agilen Prinzipien, um die es jetzt geht.

Umgang mit den agilen Prinzipien

Bei agil, denken viele sofort an SCRUM. Keine Frage, Scrum ist ein sehr leistungsfähiges und bewährtes Rahmenwerk. Aber man muss nicht SCRUM machen, um agil zu arbeiten.

Wenn du dich nach diesen 12 einfachen Prinzipien ausrichtest, dann arbeitst du agil. Noch besser: du kannst deine Arbeitsweise damit schrittweise agiler machen. Nimm dir ein Prinzip vor und integriere es in deine bestehende Arbeitsweise. Wenn das gut klappt, dann nimm dir ein weiteres Prinzip vor usw.

Wenn du bereits agil arbeitest, dann nutze die Prinzipien um die Arbeitsweise im Detail zu überprüfen.

Genug der Vorworte, hier kommen die ersten 3 agilen Prinzipien:

1 Kundenzufriedenheit durch Erweiterung seines Nutzens

Our highest priority is to satisfy the customer through early and continuous delivery of valuable software

Der Kunde ist nicht König, sondern Auftraggeber und Auftraggeber befinden sich auf Augenhöhe.

Als Auftragnehmer möchtest du das Vertrauen des Auftraggebers gewinnen und damit seine Kontrolle überflüssig machen.

Dies gelingt dir durch möglichst frühe Lieferung erster Ergebnisse. Mit dieser frühen Lieferung beginnt ein Lieferung-Feedback-Zyklus. Dieser Lern-Zyklus soll nun kontinuierlich weiter geführt werden.

Jede Lieberung soll für den Auftraggeber interssant sein, er soll es sich anschauen wollen. Dafür muss in jeder Lieferung ein echter Nutzen, ein Mehrwert enthalten sein.

Was Du in die Lieferung packst, das soll auch funktionieren und damit nutzbar sein. Selbstverständlich ist in jeder Lieferung nun ein kleiner Umfang enthalten.

Der Auftraggeber kann die Lieferung ausprobieren und erhält dadurch eine realistische Sicht der Anforderungen. So fällt es ihm leichter Anfoderungen zu beschreiben und zu priorisieren.

2 Veränderung ist gut!

Welcome changing requirements, even late in development. Agile processes harness change for the customer’s competitive advantage.

Prüfe bitte genau, ob du eine komplexe Problemstellung lösen willst. Nur wenn es mehr Unbekanntes gibt als Bekanntes, dann ist eine agile Vorgehensweise sinnvoll.

Unbekanntes zeigt sich im Laufe deines Projekts als plätzlich auftretende Änderungen. Bekämpfe diese nicht, heiße sie willkommen.

Der Auftraggeber lernt mit jeder Lieferung die tatsächlichen Anforderungen besser zu verstehen. Betrachte die Änderungen als Ergebnis des Lernprozesses.

Nur wenn der Auftraggeber abhebt, dann solltest du eine Grenze setzen. Wenn erkennbar wird, dass der Auftraggeber im Rausch der Möglichkeiten wild mit Wünschen um sich wirft, dann solltest du mit ihm eine Produktvision oder ein Story-Board entwickeln.

Die Änderung sind das Ergebnis von Erkenntnissen, die das Produkt besser machen sollen. Änderungen sind kein Selbstzweck.

Achte darauf, dass der Auftraggeber die Erkenntnisse beim Anwender/Nutzer deiner Arbeit einholt. Die Ergebnisse aus politischen Management-Runden stellen keinen Fortschritt dar.

Da im Projekt viele Punkte Unbekannt sind, ist es ein großer Vorteil sich durch kurze Lernzyklen den tatsächlichen Nutzerbedürfnissen anzunähern.

Auf in der agile Vorgehensweise gibt es die Änderung nicht umsonst. Manche kosten Zeit, Geld, führen zu Inkonsistenzen oder alles zusammen.

3 Nutzen möglichst oft liefern

Deliver working software frequently, from a couple of weeks to a couple of months, with a preference to the shorter timescale.

Jede Lieferung ist Teil des Lern-Zyklus und damit eine Chance zu lernen. Optimiere deine Zykluszeit.

Je kürzer der Zyklus, desto weniger weit läufst du in die falsche Richtung. Du bekommst dann häufiger Impulse um deine Resultate schneller an die tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen.

Ist die Zykluszeit zu kurz, dann überforderst du den Auftraggeber und bekommst kein (brauchbares) Feedback. Damit machst du dir unnötige Arbeit. Der Deal lautet: der Auftraggeber bekommt einen Mehrwert und liefert dafür ein Feedback zurück.

Lasse nicht zu, dass sich der Auftraggeber raus hält. Er ist aktiver Bestandteil des Projekts und muss auch aktiv teilnehmen.

Viel Erfolg beim Umsetzen dieser Prinzipien, die nächsten Prinzipien folgen in Kürze im nächsten Artikel.

Links und Material

Veröffentlicht am 9.4.2018

  • […] ersten 3 Prinzipien und zweiten 3 Prinzipien sind in vorhergehenden Artikeln erklärt. Hier also die Fortsetzung der […]

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