15: Mit 12 einfachen Prinzipien zur Agilität – Teil 3

Wenn du dich nach 12 einfachen verstehbaren Prinzipien ausrichtest, dann arbeitst du und dein Team agil. Hier geht es um die Prinzipien 7 bis 9 aus dem agilen Manifest: Nutzen zählt, keinen Stress, Lernen wertschätzten.

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In diesem Artikel hatten wir die Enstehungsgeschichte des agilen Manifests beleuchtet. Im agilen Manifest gibt es 4 agile Werte. Damit sind die Grundlagen gelegt, die diesen Artikel einfach zu verstehen machen. Sollte dir ein weinig Kontext fehlen, dann empfehle ich dir diesen Artikel zu lesen. Aus dem agilen Manifest stammen auch die 12 agilen Prinzipien, um die es jetzt geht.

Die ersten 3 Prinzipien und zweiten 3 Prinzipien sind in vorhergehenden Artikeln erklärt. Hier also die Fortsetzung der Prinzipien.

7 Fortschritt am Nutzen messen

Working software is the primary measure of progress.

Was betrachtet dein Team als Fortschritt? Schaut ihr auf „Zwischenergebnisse“ oder technische Kennzahlen?

Da gibt es die typischen Fortschrittskennzahlen: Budget-Verbrauch, geleistete Arbeit, verbleibende Arbeit, Projektzeit, Meilensteine, geschriebene Zeilen, Wörter, Seiten, etc.

Kennzahlen haben immer die Eigenschaft, dass man (unterbewußt) anfängt diese zu optimieren. Daher ist es wichtig sich zu überlegen, was man als Fortschritt betrachtet.

Am Ende zählt nur der Nutzen für die Anwender. Daher solltest du diesen auch im Kern bei der Bewertung des Fortschritts heranziehen.

Am einfachsten zählst du die fertigen Funktionen. Wobei du im Team festlegen solltest, was „Fertig“ bedeutet (DoD: Definition of Done).

Fertig kann Verschiedenes bedeuten: vollständig umgesetzt, funktioniert im Test einwandfrei, ist ausreichend dokumentiert, die Anwender wurden informiert, etc.

Am besten betrachtest du „fertig“ aus der Perspektive des Nutzers. Wann kann er es wirklich nutzen? Mit dieser Sichtweise entstehen keine Lücken im Lernzyklus.

Vergiss die unheiligen Prozentangaben. Etwas ist fertig oder nicht. Ganz einfach. Hoffentlich animiert eine solche Betrachtung des Fortschritts das Team dazu mehr Aufgaben zu beenden als anzufangen.

8 Ohne Streß, kontinuierlich ans Ziel

Agile processes promote sustainable development. The sponsors, developers, and users should be able to maintain a constant pace indefinitely.

In Projekten gibt es ein Auf und Ab. Mal ist es ruhig und dann kommt wieder ein Phase mit viel Druck und Stress: je nachdem wie weit der Abgabetermin entfernt ist.

Diese Schwankungen muss du bei agiler Arbeitsweise vermeiden. Vermeide Langeweile und Überbelastung im Team.

Bei den Lernzyklen liegen die Termine viel zu dicht um sich solche Phasen der Über- und Unterbelastung zu leisten. Das führt in der Praxis nur dazu, dass das agile Team permanent aus dem letzten Loch pfeift.

Du brauchst also ein gesundes Maß bei der Planung. Denke an eine Bealstung, die langfristig durchzuhalten ist.

Falls du Führungskraft bist, dann beobachte die Überstunden genau. Es gibt keine „ruhige Phase“. Dein Team wird einmal angehäufte Überstunden nicht mehr abfeiern! Falls darauf setzt, dann überlege dir das genau – Überbelastung führt dauerhaft zu einer schlechteren Produktivität.

9 Lernen wertschätzen

Continuous attention to technical excellence and good design enhances agility.

Für Agilität brauchst du eine ganz eigene Expertise gegenüber der klassischer Vorgehensweisen (Wasserfall-Phasen):

  • Wie kannst du ein Inkrement schneiden?
  • Wie ziehst du das Produkt so auf, dass man es gut erweitern kann?
  • Kannst du dich zurücknehmen zugunsten des Teams?
  • Willst du ständig weiter lernen und neue Erfahrungen machen?

Ein Team entwickelt sich nicht selbst. Gute, reife Teams können das, aber das kann man nicht voraussetzen. Gönne dem Team einen Coach (z.B. SCRUM-Master) um zu einem guten Team zu werden.

Links und Material

Veröffentlicht am 20.4.2018

  • […] Episode 15: Mit 12 einfachen Prinzipien zur Agilität – Teil 3 – schwarm-coach.de bei Episode 12: Wo kommt der Begiff „agil“ denn her? […]

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