fishbowl

Mit dem „Fishbowl“ clever in großen Gruppen diskutieren

​Mit dem "Fishbowl" kann man in großen Gruppen diskutieren. ​Im inneren Kreis, dem Goldfischglas, wird lebend diskutiert -​ außen herum sitzen die restlichen Teilnehmer und hören zu.

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​Praktik "​Fishbowl"

​Dimension: Struktur​ | Stufe: Grün

​Statt als Führungskraft die Diskussion zu steuern und die Regeln der Gesprächsführung ​durchzusetzen, werden diese Aufgaben von der Gruppe übernommen.

​Ziele

​Bei Diskussionen mit 20 bis 30 Personen ​im Raum ​und ohne stringenten Moderator ist mir aufgefallen, dass ​man dem Vorredner ​​ins Wort fallen muss, wenn man überhaupt zu Wort kommen möchte. ​Wie man das macht, kann man prima in politischen Diskussionen im Fernsehen lernen. Wer immer höflich andere ausreden lässt hat in großen Gruppen quasi keine Chance zu Wort zu kommen. Wird der Frust bei Einzelnen darüber zu groß, dann kann die Diskussion auch tumultartig werden oder ​verstreut sich in Nebengespräche. Diese Praktik bietet für ​Diskussionen in großen Gruppen einen passenden Ansatz.

​Ablauf

  1. ​Bereite den Raum vor: ​Innenstuhlkreis von zirka 4-​7 Stühlen und​genügend Platz für alle Zuhörer und Beobachter in einem oder mehreren Stuhlkreisen um den Innenstuhlkreis herum.
  2. Erkläre allen Teilnehmern die Regeln des Fishbowls:
    • Die Diskussion wird nur im Innenkreis geführt - Seitengespräche sind zu vermeiden.
    • Es spricht immer nur eine Person
    • Jede Person aus dem Außenkreis kann sich auf einen freien Stuhl in der Mitte setzen.
    • ​​Teilnehmer im inneren Kreis dürfen diesen jederzeit verlassen.
  3. Eine Person setzt sich in den Innenstuhlkreis und nennt das Thema. Dann beginnt die Diskussion nach obigen Regeln.​
  4. ​​Die Runde dauert entweder solange wir zuvor festgelegt und wird mit ​Erreichen der Dauer beendet oder so lange wie Energie in dem Thema steckt (ohne Abzuschweifen).

​Einsatzmöglichkeiten

​Für lebendige Diskussion in großer Runde geeignet.

​Vorteile

  • ​​Die Diskussionsrunde ist überschaubar, da immer nur eine kleine Anzahl von Teilnehmern gleichzeitig diskutiert
  • ​Jeder kann zu Wort kommen und aktiv mitdiskutieren
  • ​Wer keine Lust mehr hat aktiv mitzudiskutieren, kann einfach aussteigen und von außen zuhören.

​Voraussetzungen und Hilfsmittel

​Es braucht einen Raum, der groß genug für die Stuhlkreise ist. Ist ist wichtig, dass die Bestuhlung in Kreisen angeordnet werden kann.

​Einführung

​Zu ​Beginn braucht es einen Moderator, der die Praktik erklärt und den Rahmen bildet. Wird das Format immer wieder angewendet, dann braucht es diese Rolle nicht mehr.

​Kommentare und Tipps

​Für alle Teilnehmer ist schön sichtbar, wer gute Beiträge im Innenkreis geleistet hat und wer sich nur das Rederecht im Innenkreis sichern wollte. In manchen Fällen macht es Sinn nach der Diskussion ein Feedback von allen Teilnehmern einzuholen, dort können solche Beobachtungen ausgesprochen werden.

​Varianten

Es gibt eine Variante mit einer festen Besetzung im Innenkreis und ​einem „Gast-Stuhl“, der zunächst frei bleibt. Ein Teilnehmer aus dem Außenkreis kann darauf Platz nehmen, bekommt sofort das Rederecht ​und kann mitdiskutieren. Wenn er alles gesagt hat oder ein weiterer Teilnehmer aus dem Außenkreis auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will, dann muss er den Gast-Platz räumen.

​Variante "Abklopfen". In dieser Variante dürfen Teilnehmer aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises​ auswählen und „abklopfen“. Dieses darf dann noch seinen Satz fertig sprechen und macht dann seinen Platz frei. Diese Form erfordert eine hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz der Teilnehmer, weil alle gleichermaßen den Ablauf steuern müssen.

Der Fishbowl kann auch eingebettet in andere Gesprächsformate sein - siehe link​ unten

Links und Material

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