Leistungsbeurteilung ohne Chef

Irgendwie fühle ich mich nicht gut, wenn das jährliche Personalgespräch ansteht. Inhalt des Gesprächs ist eine Bewertung der Ziele und Leistungen. Die Führungskraft legt der Bewertung die Vereinbarungen zugrunde, auf die sie sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vorjahr verständigt hat.

Einmal im Jahr kommt die Abrechnung oder seichtes Bauchpinseln. Leider konnte ich damit meistens nichts anfangen. Wie solle ich auch damit umgehen, wenn mir eröffnet wird, dass ich im August letzten Jahres eine (unausgesprochene) Erwartungshaltung nicht erfüllt habe? Ist das ein brauchbares Feedback oder nur eine greifbare Begründung für die gedämpfte Gehaltserhöhung?

In meiner Praxis habe ich es nur einmal erlebt, dass diese Vereinbarungen im Laufe des Jahres nochmal angepasst wurden. Leider muss ich gestehen, dass ich das als Führungskraft auch nie gemacht habe.

Selbstverständlich spreche ich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Erwartungen auch zwischen den offiziellen Terminen. Jedoch finden die Gesprächsergebnisse nicht den Weg in die offizielle Dokumentation. Dafür könnte ich viele Be- und Entschuldigungen anführen – dennoch bleibt es bei dieser Tatsache.

Kein Wunder, dass mir dieser traditionsreiche Prozess nicht behagt. Am Prozess allein liegt es allerdings nicht, schließlich könnte man diesen ja jeden Monat durchführen. Da dies nicht gemacht wird, ist es vielleicht einfacher einen anderen Weg zu suchen.

Es geht auch ohne Beurteilung

Dabei muss es gar nicht so sein. Statt einer jährlichen Bewertung durch die Führungskraft praktizieren einige Unternehmen ein Feedback durch Kollegen. Auch in meinem Umfeld experimentieren Kolleginnen und Kollegen mit solchen Ideen. Dabei ist sicherlich nicht alles „super“, in Summe fühlt es sich jedoch besser an als die Beratung durch eine Führungskraft.

Wenn du den Gedanken interessant findest, dann schau dir doch mal diesen Artikel auf t3n an.

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