Neue Bezeichnung, alter Trott

Manchmal bekommt man nur am Rande von einer Organisationsentwicklung etwas mit. Dann denkt man sich „Wow, diese Organisation hat sich mächtig entwickelt“. Die Organisation hat keine Abteilungen mehr, sondern Schwärme und statt eines Fachgebiets gibt es Teams. Es gibt auch keine Chefs mehr um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuweisen. Ein großer Sprung nach von? Das ist einen genaueren Blick wert. Am besten spricht mal allerdings nicht mit den ehemaligen Managern, sondern mit einem gewöhnlichen Mitarbeiter. Ich bin meist mehr daran interessiert, was sich für die normalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verändert hat.

Und die Mitarbeiter erklären mir dann, was wirklich passiert ist: „Ich glaube, die haben wieder nur ‚Search and Replace‘ gespielt.“
Was meinen sie damit? Die Bezeichnungen hat man in der Tat geändert. Dabei hat man die alten Strukturen nahezu gleich gelassen. Die Einheiten, die zuvor zusammen gehörten, gehören auch danach noch zusammen – nur nennt es sich nicht mehr Abteilung, sondern Schwarm. Organisatorisch hat sich nichts verändert, man hat nur die Begriffe ausgetauscht.
Sehr einfach kann man den Schwindel in diesem Fall daran erkennen, dass die hervorgehobenen Rollen einfach mit den alten Führungskräften besetzt werden. Es war angedacht diese Rollen in den Teams durch Wahlen zu besetzen. Das hat man nicht gemacht und die Wahl auf „später“ verschoben.

Es ergibt sich eine Situation, bei dem die Führungskräfte ihren modernen Führungsstil feiern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgern „diese Schwarm ist Schmarrn“.

Liebe Führungskräfte,

so funktioniert das nicht! Habt bitte die Größe, eine Veränderung einfach abzulehnen oder zu verschieben. Tut aber bitte der Welt um euch herum den Gefallen und lasst diese Spielereien. Die neuen Begriffe wecken Erwartungen bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schnell kommt dann die Enttäuschung und der Frust. Ändert wirklich etwas oder lasst es ganz, aber bitte keine Namensspiele mehr.

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