Sperrmülltag

Führ‘ den Sperrmülltag ein

​Am Sperrmülltag stellt man Dinge raus, die mal nützlich waren und es nicht mehr sind. Das kann man auch bei der Arbeit tun - mit Prozessen und Regeln.

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​Praktik "​Sperrmülltag"

​Dimension: Struktur | Stufe: Orange

Sich von alten Regeln, Strukturen und Prozessen zu trennen macht Platz für neue Prinzipien und Vorgehensweisen. ​Deshalb ändert ​diese Praktik ​die Machtverhältnisse nicht. Zwingt aber zum Nachdenken.

​Ziele

​Wer hat denn noch die Spielsachen aus seiner Kindheit Zuhause? Oder die verschiedenen Generationen von Kleidung archiviert? Also m​ir fällt es für einen Augenblick auch schwer mich davon zu trennen. Sobald ich mich davon befreit habe, bin ich allerdings lange Zeit froh darüber​. Schließlich habe ich mich weiterentwickelt und brauche Platz für Neues.
In vielen Organisationen ​passiert das nicht. Ein Prozess, eine Regel, eine Vorschrift oder ein Handbuch wird einmal geschrieben und verabschiedet​. Dann gelten sie für ​Jahre. Mitarbeitern kann ​manchmal niemand mehr erklären, warum es dieses Relikt gibt.​ ​Trotzdem gilt es! Diese Praktik befreit - bei regelmäßiger Anwendung - die Organisation von veralteten Relikten.

​Ablauf

Es gibt viele Varianten eines Sperrmülltags. Hier ein paar Vorschläge:

  •  Als Führungskraft reserviere dir einen Tag im Jahr um über folgende Frage nachzudenken: "Was von all dem, was ​ich heute tue, würde ich nicht mehr neu beginnen, wenn ​ich es nicht schon täte?“
  • ​Zweimal im Jahr dürfen alle Mitarbeiter Prozesse, Vorschriften, Regeln etc. aufschreiben, die sie in der aktuellen Form für ​unnütz halten. Aus allen Vorschlägen wählen sie die TOP 5. Diese TOP 5 müssen dann innerhalb von 6 Wochen ​aktualisiert werden oder werden ersatzlos gestrichen.
  • ​Die Unternehmensspitze setzt sich zusammen und schafft Elemente ab, die nicht mehr zur Organisation passen: Boni, Assessment Center, Dress-Codes, Reiserichtlinien, Planungen, Job-Titel, individuelle Ziele, Kernarbeitszeiten, Vorschlagswesen, etc.
  • Regeln werden entsorgt und durch Prinzipien ersetzt. Ein Prinzip gibt keine klare Lösung vor und überlässt die Anwendung auf konkrete Fälle den Mitarbeitern. z.B. "Wir wollen mit unserer Produktion und unseren Produkten die Umwelt möglichst wenig ​beanspruchen." oder "Auf Reisen sind wir sparsam." Im Einzelfall müssen dann die Mitarbeiter klären, was "möglichst wenig" oder "sparsam" bedeutet. Dieser Diskurs wird laufend geführt.

​Einsatzmöglichkeiten

​Geeignet für alle Organisationen, die noch keine regelmäßige Überprüfung der Regeln institutionalisiert haben.

​Vorteile

  • ​Bestehende Regeln werden angepasst
  • ​Es werden weniger Regeln
  • Bei der Erstellung von Regeln wird schon

​Voraussetzungen und Hilfsmittel

​Keine

​Einführung

​Es macht erst sinn diese Praktik einzuführen, wenn die Organisation Schmerzen mit bestehenden Regeln, Prozesse etc. empfindet.

​Kommentare und Tipps

  • ​Wie Zuhause trägt man sich den Sperrmülltag am besten in den Kalender ein, dann vergisst man ihn nicht so einfach.

​Varianten

​Entwickle deine eigene Variante und beschreibe sie in den Kommentaren.

Links und Material

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