Was ist ein Daily?

Das sogenannte „Daily Meeting“ kommt aus der agilen Software-Entwicklung. Dort trifft man sich tatsächlich jeden Tag zur selben Zeit für wenige Minuten um die Arbeitsfortschritte zu besprechen und Klärungsbedarf zu identifizieren. Die inhaltliche Klärung findet nicht in diesem Kurztreffen statt, sondern im Nachgang durch die Betroffenen. Das Daily kann wertvoll sein, ist aber nicht immer sinnvoll.

Im agilen Umfeld ist das Daily notwendig

In der agilen Software-Entwicklung, ergänzen die Software-Entwickler in kurzen Zyklen funktionsfähige Teile zu einem Produkt. Ein solcher Zyklus ist oft nur 1-4 Wochen lang. Das Entwicklungsteam verspricht, dass es am Ende des Zyklus einen bestimmten Funktionsumfang lauffähig ausliefern wird.

Stelle dir einfach mal vor, dieses Team würde sich – ganz klassisch – einmal die Woche treffen zur Abstimmung im Projekt. Und nun stell dir vor, dass ein Teammitglied sich zu viel vorgenommen hat und den notwendigen Leistungsumfang nicht zum Stichtag schaffen wird. Welche Möglichkeiten hat nun das Team zu reagieren? Wenn dieser Umstand erst in der zweiten Woche dem Team bekannt wird, dann hat das Team vielleicht noch 2-3 Tage um noch etwas zu retten. Das kann also nicht funktionieren.

Wie läuft das Daily ab?

Das tägliche Treffen dauert maximal 15 min. Es gibt keine Verlängerung: beim Zeitlimit wird knallhart abgebrochen. Damit die Teilnehmer es sich nicht zu „gemütlich machen“, wird das Treffen häufig im Stehen durchgeführt.

Pro Team-Mitglied bleiben gerade einmal 30-90 Sekunden um den Status zu berichten. Daher beantworten Team-Mitglieder gerne die folgende Fragen möglichst knapp:

  1. Was habe ich seit dem letzten Daily getan?
  2. Was plane ich bis zum nächsten Daily zu tun?
  3. Wer oder was hat mich bei meiner Arbeit behindert?

Das Team wertschätzt diesen Austausch, so dass selbst Teammitglieder, die nicht persönlich anwesend sein können, sich telefonisch oder per Video einwählen.

Das Daily taugt nicht für alle

Agil ist total in Mode, so dass die Methoden nicht nur in der Software-Entwicklung, sondern auch in anderen Umfeldern angewendet werden. Manchmal ist das auch sinnvoll, oft ist es das nicht. Hier einige Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten:

  • Das Team hat eine kollektive Verantwortung für den Projekterfolg: Entweder werden die Ziele erreicht, dann gehört dem ganzen Team der Erfolg. Werden die Ziele nicht erreicht, dann hat das gesamte Team versagt.
  • Das Team arbeitet in kurzen Zyklen und braucht die regelmäßige Abstimmung.
  • Die gesamte Arbeit des Teams und die Verteilung der einzelnen Aufgaben innerhalb des Teams ist für alle sichtbar.
  • Es gibt eine spezielle Rolle, die sich den genannten „Behinderungen“ des Teams annimmt.

Wenn dir das Daily einen Nutzen bringt, dann nutze dieses schlanke Format. Aber mach‘ kein Daily, weil es modern ist und es alle machen!

Vielleicht hilft es dir bei der Durchführung, wenn du die Fragen und Regeln in knapper Form aufhängst. Hier ist das passende Plakat dafür.

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