team pitch

Team Pitch: Wer hat die besten Argumente im Team?

Man kann die Diskussion um eine Auswahl interessanter gestalten, so dass alle Teilnehmer einbezogen werden und es zu einem Wettstreit der Argumente kommt.

Praktik “Team Pitch”

Dimension: Struktur | Stufe: grüner Gürtel

Im Kern handelt es sich hier um ein Entscheidungsverfahren, mit dem ein Team eine gemeinsame Entscheidung treffen kann. Dies setzt voraus, dass die Führungskraft die Entscheidungsbefugnis an das Team übertragen hat.

Ziele

In Diskussionen gewinnt oft, wer lange immer vom gleichen redet. Es kommt dabei gar nicht so sehr auf die Qualität der Argumente oder die Menge der Argumente an, sondern auf die Vehemenz und die Beharrlichkeit des Argumentierenden. Dieser „gewinnt“ dann durch Aufgabe (im schlimmsten Fall Resignation) der Team-Kollegen. Dieses Muster lässt sich leicht erkennen, weil immer die gleichen Personen sprechen. Am Ende kommt leider nicht die bestmögliche Entscheidung zustande.

Mit der Praktik „Team Pitch“ kann man die Redeanteile im Team ausgleichen und eine bessere Diskussionskultur einüben.

Ablauf

  1. Zunächst werden zwei Lösungs-Platzhalter („Slots“) ausgewiesen: A und B. Das kann zum Beispiel eine Umrandung in der Größe einer Moderationskarte auf einem Whiteboard sein.
  2. Dann erklärt der Moderator die Praktik dem Team.
  3. Jeder Teilnehmer schreibt nun zwei Lösungsvorschläge auf zwei Moderationskarten.
  4. Die Reihenfolge der Teilnehmer wird für die Dauer dieser Praktik festgelegt.
  5. Die ersten beiden Teilnehmer können direkt ihren ersten Vorschlag kurz erklären in die beiden leeren Platzhalter hängen.
  6. Dann geht es reihum weiter, indem der Teilnehmer, der dran ist seine erste Karte nimmt und entscheidet welchen der beiden aufgehängten Vorschläge er herausfordern möchte: A oder B.
  7. Nun muss das Team herausfinden, ob der herausgeforderte Vorschlag (also A beziehungsweise B) oder der neue Vorschlag besser ist. Der Herausforderer bekommt die Gelegenheit seinen Vorschlag zu präsentieren und Argumente für seinen Vorschlag vorzustellen.
  8. Das Team darf Verständnisfragen zum neuen Vorschlag stellen, jedoch nicht in eine Diskussion einsteigen.
  9. Das Team stimmt ab, wenn die Mehrheit für den Herausforderer stimmt, dann wird die Karte ausgetauscht. Ansonsten bleibt der erste Vorschlag hängen.
  10. Waren reihum alle Teilnehmer einmal dran, dann starte die zweite Runde. In der zweiten Runde spielen die Teilnehmer ihre zweite Karte aus, dabei müssen auch die ersten beiden Spielen nun einen hängenden Vorschlag herausfordern.
  11. Die beiden Vorschläge, die am Ende noch an der Wand hängen, hat das Team zur Umsetzung ausgewählt.

Einsatzmöglichkeiten

Die Praktik „Team Pitch“ kann bei Teamentscheidungen eingesetzt werden, wenn die Redeanteile im Team häufig sehr unterschiedlich ausfallen.

Vorteile

  • Inhaltlich trifft das Team eine Entscheidung.
  • Zusätzlich wird eine neue Diskussionskultur eingeübt – hier kommt es nicht auf die Redeanteile an, sondern auf die Qualität der Argumente.
  • Die Teammitglieder können ihre Überzeugungsfähigkeiten trainieren. Jeder bekommt Zeit für seinen Vorschlag zu argumentieren und erhält unmittelbar ein Feedback (in Form des Abstimmungsergebnisses), wie gut das Team den Argumenten gefolgt ist.

Voraussetzungen und Hilfsmittel

Das Team soll eine Entscheidung treffen. Hier wird angenommen, dass zwei Lösungen ausgewählt werden sollen und jedes Teammitglied in der Lage ist Lösungsvorschläge zu erzeugen.

Als Hilfsmittel genügen eine Wand, Moderationskarten und Stifte. Gegebenenfalls eine Uhr, falls das Team ein Zeitlimit für den Herausforderer beschlossen hat.

Einführung

Am besten werden die ersten Runden durch einen Moderator begleitet, der auf Chancengleichheit achtet. Das Team kann sich einen Moderator wählen oder die Führungskraft autorisiert einen Moderator.

Kommentare und Tipps

Die neue Diskussionskultur ist auch im Kundenkontakt hilfreich.

Varianten

  • Statt zwei Lösungen kann auch nur eine oder mehr als zwei Lösungen gefunden werden. Die Anzahl der Lösungen entspricht auch der Anzahl der Runden.
  • Nach jeder Runde gibt es eine kurze Pause, in der können die Teilnehmer die Lösungsvorschläge für die nächste Runde aufschreiben.
  • Entwickle deine eigene Variante und beschreibe sie in den Kommentaren.
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