​Teams in Verantwortung bringen

Durch Delegation kann die Verantwortung einer einzelnen Person übertragen. Die Person weiß, dass sie verantwortlich ist und handelt ihrer Verantwortung entsprechend.

Doch einem Team kann man Verantwortung nicht einfach nur übertragen. Das Team muss dafür bereits einige Fähigkeiten besitzen, zum Beispiel ein akzeptiertes Verfahren, um zu Entscheidungen zu kommen, die Möglichkeiten Unstimmigkeiten anzusprechen, Transparenz der Arbeit aller Teammitglieder. Ein so ausgestattetes Team ist in der Lage gemeinsam Verantwortung zu tragen.

​Folgende drei Faktoren sind erfolgskritisch, um Teams in Verantwortung zu bringen:

​Rollen klären

Das Team klärt selbst, wie sie d​ie Arbeit und die Befugnisse​innerhalb des Teams aufteilt.

​Entscheiden

​Das Team muss so entscheiden, dass alle die Entscheidung unterstützen. ​

​Transparenz

​Aktionen der Teammitglieder müssen für alle transparent und berechenbar sein.​

​Nachfolgend findest du die wichtigsten Artikel, die ich veröffentlicht habe, um ​dir zu helfen Verantwortung an das Team zu übertragen​.

Entscheidungsverfahren

Es gibt so viele Möglichkeiten für ein Team zu einer Entscheidung zu kommen. Hier sind einige Verfahren erläutert, so dass du sie gleich ausprobieren kannst.

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​Delegation an ein Team

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​Agilität bedeutet Teams in Verantwortung zu bringen

Es ist ​eine Sache eine einzelne Person in die Verantwortung zu bringen. Typischerweise geht das mit Delegation - die Bücher und Seminare sind voll von Anleitungen wie man das gut machen kann. Eine völlig andere Sache ist es allerdings ein Team in die Verantwortung zu bringen. Das ist viel schwieriger und gelingt in der Praxis auf Anhieb oft nicht!

​Was bedeutet ​"Verantwortung übernehmen"?

Zu jeder Verantwortung gehört auch eine entsprechende Entscheidungsbefugnis. Das heißt, dass die verantwortliche Person alle ​Entscheidungen treffen darf (und auch muss), die sich auf die ​Verantwortung beziehen.

Ein Beispiel: ist ein Designer verantwortlich ein einen Prospekt, so kann er alle Entscheidungen bezogen auf diesen Prospekt treffen. Doch kann der Designer den Prospekt nicht nur nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten - am Ende muss der Kunde mit dem Werk einverstanden sein.

Damit sind wir beim zweiten wichtigen Punkte der Verantwortung: für die Konsequenzen einstehen. Wie auch immer die verantwortliche Person die Entscheidungen getroffen hat, sie muss für die Folgen dieser Entscheidungen einstehen. Im Fall des Prospekt-Designers könnte das ein verärgerter Kunde sein, der keine Aufträge mehr vergibt. Kommt dies mehrmals vor, dann wird seine Führungskraft ihm die Verantwortung entziehen oder über eine Kündigung nachdenken.​ Die Führungskraft selbst ist für das gesamte Design-Team verantwortlich und hat selbst ​die Konsequenzen zu tragen.

Die Aussicht auf die Konsequenzen wirkt zurück auf die Entscheidungsfindung. Der Designer wird ​vielleicht seine persönliche Vorliebe überwinden ​seine Lieblingsfarbe (Blau) einzusetzen, wenn die Kunden unbedingt ein bestimmtes Grün im Prospekt sehen möchte.

Unterschiede eine Person vs. ein Team in Verantwortung

Bei einer einzelnen Person ist das sehr einleuchtend. Doch stell dir ein Designerteam mit 5 Personen vor, die unter anderem für diesen Prospekt gemeinsam verantwortlich ist: wer trifft nun die Entscheidungen und wer steht für die Konsequenzen ein?

​Außerhalb des Teams lautet die Antwort zweimal: das ganze Team. Doch das ist in der Innensicht des Teams schlicht nicht praktikabel. Es können nicht immer alle 5 Teammitglieder über alle Arbeiten wachen. Eine einfache Möglichkeit wäre, dass immer eine Person für einen Auftrag verantwortlich ist. Das wirft allerdings zwei neue Fragen auf: Wie wird die Verantwortung im Team delegiert? Und wie wird das Team seiner Gesamtverantwortung für alle Design-Aufträge gerecht?

Du siehst also, dass eine kollektive Verantwortung deutlich schwieriger umzusetzen ist!

Es lohnt sich Teams in die Verantwortung zu bringen!

Bevor du jetzt aufgrund der erhöhten Schwierigkeit​ aufgibst, möchte ich dir einige Vorteile nennen, die durch eine kollektiv getragene Verantwortung entstehen:

  • ​Die Gruppe kann die Intelligenz aller Teammitglieder nutzen. Wenn alle im Team in der Verantwortung für alle Ergebnisse sind, dann werden ​Erfahrende oder Ausgebildete Teammitglieder ​gerne ihre Erkenntnisse einbringen. Viele wichtige Entscheidungen profitieren von einer größeren Anzahl an verschiedenen Perspektiven. Es gibt Sicherheit, wenn diese Perspektiven sich nicht erst bei der Umsetzung zeigen.​
  • ​Die kollektive Verantwortung fördert das unternehmerische Denken anstatt das schlichte befriedigen der persönlichen Aufgaben und Ziele. Was hilft es "seine" Aufgaben erledigt zu haben, wenn an anderer Stelle wichtige Kunden nicht zufriedenstellend bedient werden können? Als Teammitglied muss ich mich nicht nur mit meiner eigenen Arbeit, sondern mit der Gesamtleistung des Teams auseinandersetzen. Probleme auf Kundenseite führen so schneller zu Veränderungen im Team - ohne ​"Change-Management".
  • ​Das Team hat ein Eigeninteresse daran, Know-how zu teilen. Die Teammitglieder stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern sind gemeinsam erfolgreich - oder gehen gemeinsam unter. Jeder erkennt hier schnell, dass es keine sinnvolle Strategie ist Know-how zu privatisieren. ​Das Team wird im eigenen Interesse Möglichkeiten entwickeln, wie es mit Ausfällen, Urlaub und Fluktuation umgehen kann.
  • ​​Zusammenarbeit steht im Vordergrund und nicht die Abgrenzung und Schnittstellen. Es ist viel schneller und effizienter, wenn sich zwei betroffene Personen über ihre Zusammenarbeit einigen, als wenn diese über eine fachliche Führungskraft koordiniert werden muss. Das Team ist nicht nur für die Resultate verantwortlich, sondern verantwortet auch die Arbeitsweisen, die zu den Resultaten führen!

Es gibt bestimmt noch weitere Vorteile, doch obige Vorteile wurden in Teams immer wieder selbst benannt.

​Wie bringt man nun ein Team in die Verantwortung?​

​Die Fähigkeit eines Teams kollektiv die Verantwortung zu übernehmen erfordert einige spezifische​ Kompetenzen und wird gefördert durch die ​Stärke der gemeinsamen Orientierung und einen starken Team-Zusammenhalt.

Folgende Kompetenzen müssen im Team entwickelt werden​:

  • ​Als Gruppe Entscheidungen zu treffen. Dazu braucht es einen Moderator im Team, der verschiedene Arten der Entscheidungsfindung kennt und für die Einhaltung einer sauberen Methodik sorgt. Nur wenn die Entscheidungen nach klaren Regeln und fair ablaufen, darf man damit rechnen, dass die Entscheidung von allen wirklich mitgetragen wird.
  • ​​Es gibt im Team keine höhere Autorität, die für eine sinnvolle und gerechte Verteilung der Arbeit sorgen kann. Das Team braucht verlässliche Methoden um Arbeit, aber auch die zugehörigen Entscheidungsbefugnisse, im Team zu verteilen. Das kann durch Definition und regelmäßige Klärung von Rollen passieren oder dynamisch als Absprache vor einem Kanban-Board - oder einer Mischung. Das gilt auch für die Vertretung des Teams zum Beispiel gegenüber Kunden oder anderen Teams im Unternehmen.
  • ​Da alle Arbeit und alle Arbeitsergebnisse dem Team gehören, müssen alle Teammitglied bis zu einem gewissen Grad Einblick in die Aufgabenplanung geben. Grundsätzlich darf sich selbst jeder organisieren, wie er oder sie will - doch darf das Team nicht den Überblick über alle Aufgaben und die Gesamtpriorisierung verlieren. Bestimmte Fragen müssen alle Teammitglied also beantworten können: ​Was wirst du als nächstes erledigen? ​Bis wann kann ich mit den Ergebnissen von ... rechnen?

Zu allen drei Team-Kompetenzen gebe ich in den obigen Artikel und in meinen Insider-Updates wertvolle Erfahrungen, Anleitungen und Impulse.

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